Die Inklusion an deutschen Schulen schreitet voran – das sagt die neue Analyse der Bertelsmann Stiftung, die du hier nachlesen kannst, zum Stand der Inklusion in der Bundesrepublik.

Weniger Schüler*innen mit Förderbedarf besuchen separate Förderschulen und lernen eher mit Schüler*innen ohne Förderbedarf zusammen. Vor zehn Jahren besuchten noch 4,9 % aller Kinder eine Förderschule, im letzten Jahr waren es immerhin nur noch 4,3 %. Vor allem Kinder mit Lernschwierigkeiten werden schon lange an Regelschulen unterrichtet (die Zahl ist von 2,3 % an Förderschulen auf 1,3 % gesunken).

Ja, die Inklusion an deutschen Schulen schreitet voran. Aber während die Exklusionsquote der Bundesländer Bremen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stark zurückgegangen ist, macht der Süden Probleme: In Bayern und Baden-Württemberg ist die Exklusionsquote angestiegen. Die Chance auf Inklusion von Kindern mit Förderbedarf hängt also vom Wohnort ab.

Aber auch der Förderbedarf selbst beeinflusst, wie bereits angedeutet, die Inklusionschancen. Während viele Kinder mit den Förderbereichen Lernen und Sprache bereits Regelschulen besuchen, hat sich für Schüler*innen mit den Förderschwerpunkten geistige und sozial-emotionale Entwicklung kaum etwas verändert oder sogar verschlechtert. Laut Jörg Dräger, dem Vorstand der Bertelsmann Stiftung, bräuchte es mehr „sonderpädagogische Kompetenz und Fortbildungen für die Lehrer, um den unterschiedlichen Schülern besser gerecht zu werden“.