Vor einem Monat bewegte ein 15 Jahre altes Mädchen die internationale Medienlandschaft. Greta Thunberg hat das geschafft, wovon so manche YouTuber*innen nur träumen können.

Sie ist schlagartig berühmt geworden. So berühmt, dass sie Mitte Dezember als Rednerin zur UN-Klimakonferenz in Katowice eingeladen wurde. Denn Greta Thunberg bloggt nicht über Make-Up, Videospiele oder Katzen, sondern schwänzt seit dem 20. August die Schule – um vor dem Schwedischen Reichstag für das Klima zu streiken. Was zunächst als vermeintlich autistischer Ego-Trip begann, breitete sich nach und nach aus und gründete eine weltweite Bewegung: Seit September streiken auch hier in Deutschland Schüler*innen (und Studierende). Jeden Freitag gehen sie auf die Straße und protestieren gegen die aktuelle Klimapolitik, begleitet von #FridaysForFuture.

Greta Thunberg ist mittlerweile zu einer Ikonie der Klimaschutzbewegung geworden und tritt bei zahlreichen Protestveranstaltungen auf. Denn noch ist kein Ende der Fridays for Future abzusehen. Das Gegenteil ist der Fall: In Jena fanden in den letzten Monaten mehrere Proteste statt. Heute ist ein großer nationaler Protestlauf in Berlin geplant, denn es tagt in Berlin die Kohlekommission, um über den Ausstieg aus der Kohleförderung zu sprechen.

Ob die Demonstrationen während der Schulzeit Konsequenzen für die fehlenden Schüler*innen haben werden, ist unklar. Einige holen sich zwar die Erlaubnis von der Schule, viele schwänzen aber auch einfach den Unterricht – obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist und im Fall eines verpassten Tests zur Note 6 führen kann.  
Allerdings kann die Reaktion darauf „im Rahmen der Anwendung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit“ auch zu einem zugedrückten Auge der Schulleitung führen. Und als wir bei Instagram um eure Meinung zum Thema baten, meinten immerhin 85 %, dass sie ihre Schüler*innen bei den Protesten unterstützen würden. Während einige von euch selbst auch streiken würden, meinten andere, dass die intrinsische Motivation und gesellschaftskritische Perspektive der Schüler*innen durchaus zu beachten seien. Und außerdem betrifft der Klimawandel uns alle, sodass wegschauen und nichts tun sicherlich der falsche Weg ist.

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