Was haben Bill und Tom Kaulitz, ein Junge mit einer auditiven Wahrnehmungsstörung namens Elias und der 13-jährige Tom, der das Asperger-Syndrom hat, gemeinsam?

Abgesehen von ihrem Geschlecht besuch(t)en sie alle die bundesweit einzige Internetschule. Die Internetschule in Bochum ist offen für Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Krankheiten, Mobbingvorfällen (über die Erfassung von Mobbing-Fällen gibt es übrigens am Mittwoch einen Beitrag) oder Popularitätsgründen keine reguläre Schule besuchen können und dauerhaft krankgeschrieben oder per Gutachten von der Schulpflicht befreit sind. So kommt es, dass momentan 17 ‚Lehrkräfte‘ (in der Regel Sozialarbeiter, Pädagogen und Psychologen) pro Jahr etwa 100 Jugendliche, die größtenteils eine traumatische oder katastrophale Schullaufbahn hinter sich haben, zu einem Abschluss führen: Da die Internetschule nicht staatlich anerkannt ist, muss der Abschluss an einer Kooperationsschule gemacht werden. Doch immerhin schaffen es die Bochumer Lehrer*innen, von denen jede Lehrkraft alle Fächer (außer Chemie, Physik, Religion und Sport) unterrichtet, jede*n mit Erfolg durch die Prüfungen zu bringen. Manche der Jugendlichen besuchen danach sogar wieder eine normale Schule. Das ist auch schon eher im Sinn der Leiterin der Internetschule, Sarah Lichtenberger. Laut ihr wäre Homeschooling eigentlich nicht der richtige Weg, aber wenn Kinder „dort nicht ihren Platz finden, Außenseiter bleiben, Furchtbares erleben, sollten Gesundheit und seelisches Wohl über der allgemeinen Schulpflicht stehen“.

Seit der verpflichtenden Inklusion an Regelschulen wächst die Warteliste für einen Platz an der Internetschule übrigens immer weiter an, obwohl die Schule im Monat 830 € kostet, wenn das Jugendamt die Kosten nicht übernimmt.

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