Noch gibt es 904 katholische Schulen in Deutschland, aber viele von ihnen stehen kurz vor der Schließung. Und das, obwohl katholische Schulen eigentlich sogar ziemlich beliebt sind.

Es gibt weitaus mehr Anmeldungen als freie Plätze – auch wenn der Glaube für sie meist nicht die größte Rolle spielt, sondern eher (subjektiv wahrgenommen) „bessere“ Lehrpersonen, ein gehobenes Leistungsniveau und gutes Lernklima. Viele der katholischen Schulen sind staatlich anerkannt und haben trotzdem freie Wahl beim Personal und der Schwerpunktsetzung – aber auch Erfolgssysteme sind nicht vor Schließungen geschützt.
Oberflächlich mag es den Schulen gut gehen, doch die dazugehörigen Stiftungen gehen jedes Jahr wieder mit einem Defizit in das nächste Kalenderjahr. Kirchensteuern, Zuschüsse der Bundesländer und niedriges Schulgeld reichen schon länger nicht mehr zur Finanzierung der Schulen und Kirchenbeamten aus, die Kirchen setzen auf das arbeitende Geld – doch die niedrigen Zinsen reißen weitere Löcher in den Haushalt.
Böse Stimmen können jetzt fragen: Was wäre schon so schlecht daran, wenn katholische Schulen schließen müssen? Tatsächlich leisten katholische Schulen mittlerweile gute Inklusionsarbeit. Sie setzen sogar eher auf besondere ‚Aushängeschilder‘ als auf das Katholische, da die Katholiken in Deutschland immer weniger werden.
Im Endeffekt werden sich die Bistümer über kurz oder lang zwischen Schulen und Pfarrhäusern entscheiden müssen oder ob sie katholische Schulen nur noch in katholischen Regionen erhalten und sie zu Milieuschulen „verkommen“ lassen möchten. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Länder davon zu überzeugen, dass Religion zur Vermittlung christlicher Werte in weniger religiösen Gebieten und demnach vermehrt staatliche Zuschüsse wichtig wären. Wie auch immer es sich entwickeln wird: Es wird wohl so einige Aufschreie geben.

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